Wie viel wiegt ein Leben? – Essstörungen 20. August 2026
20 kostenfreie Kursplätze: CORPUS et ANIMA setzt gemeinsam mit Objektiv e.V. ein konkretes Zeichen für mehr Aufklärung und Unterstützung im Umgang mit Essstörungen!
Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating beginnen immer häufiger bereits im Jugendalter. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei jungen Mädchen: Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der 10- bis 17-jährigen Patientinnen, die wegen einer Essstörung stationär im Krankenhaus behandelt wurden, innerhalb von 20 Jahren verdoppelt – auf etwa 6.000 im Jahr 2024. Fast die Hälfte aller stationären Behandlungsfälle wegen Essstörungen entfiel damit 2024 auf diese Altersgruppe.
Besonders häufig wurde dabei Anorexia nervosa (Magersucht) diagnostiziert: Sie machte 2024 rund 76 Prozent der stationären Behandlungsfälle wegen Essstörungen aus. Zugleich sind die Aufenthalte für Betroffene besonders lang: Im Durchschnitt dauerte eine stationäre Behandlung wegen einer Essstörung mehr als 53 Tage.
Vor diesem Hintergrund setzt das Projekt „Wie viel wiegt ein Leben?“ des Vereins Objektiv e.V. Dresden genau dort an, wo Prävention und Aufklärung besonders wichtig sind: bei der Auseinandersetzung mit Körperbildern, Selbstwert, sozialen Medien und den Mechanismen, die Essstörungen begünstigen können. Das vom Freistaat Sachsen geförderte Projekt wird von der Akademie CORPUS et ANIMA ausdrücklich unterstützt. Die Akademie übernimmt für 20 Anmeldungen den Teilnehmereigenbeitrag – damit ist die Teilnahme für diese Personen vollständig kostenfrei.
Der Kurs „Wie viel wiegt ein Leben? – Essstörungen“ verbindet fachliche Information mit einer Perspektive, die in klassischen Fortbildungen häufig zu kurz kommt: der unmittelbaren Erfahrung einer Betroffenen. Referentin Ellen Wilde berichtet aus ihrer eigenen 15-jährigen Erfahrung mit Anorexie und aus ihrer langjährigen Arbeit mit essgestörten Jugendlichen. Dadurch entsteht ein persönlicher Zugang zu einer Erkrankung, die sich nicht allein über medizinische Diagnosen und Zahlen verstehen lässt.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Frage nach Wegen aus der Erkrankung, der Umgang mit modernen Medien und verzerrten Körperidealen sowie konkrete Möglichkeiten, Betroffene und Angehörige nachhaltig zu unterstützen. Angesprochen werden sowohl therapeutisch und pädagogisch Tätige als auch Betroffene und Familienmitglieder.
Die Unterstützung durch CORPUS et ANIMA ist dabei mehr als eine finanzielle Förderung. Sie schafft einen niedrigschwelligen Zugang zu Wissen und persönlicher Auseinandersetzung mit einem Thema, das angesichts der steigenden Zahl junger Betroffener immer dringlicher wird. Gerade wenn die Zahl der stationär behandelten Mädchen innerhalb einer Generation auf das Doppelte gestiegen ist, braucht es neben Therapie auch Prävention, Sensibilisierung und Menschen, die frühzeitig hinschauen und handeln können.
Der Kurs findet am 21. Januar 2027 in Dresden und am 10. September 2027 in Limbach-Oberfrohna statt. Die Akademie CORPUS et ANIMA übernimmt für die ersten 20 Teilnehmenden den Eigenbeitrag dieses Kurses. Damit setzen wir gemeinsam mit Objektiv e.V. ein konkretes Zeichen für mehr Aufklärung und Unterstützung im Umgang mit Essstörungen.












